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7 Anfängerfehler beim Grow, die ich selbst gemacht habe (und wie du sie vermeidest)

7 Anfängerfehler beim Grow, die ich selbst gemacht habe (und wie du sie vermeidest) - hanfplatz

Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, fünf feminisierte Amnesia Fast Samen von Cannapot im Outdoor-Grow zu testen. Die Sorte gilt als anfängerfreundlich, schimmelresistent und sehr robust. Und trotzdem habe ich es geschafft, fast jeden klassischen Anfängerfehler zu machen.

Aus rechtlichen Gründen wurden die Pflanzen nicht zur Blüte gebracht. Dieser Artikel ist deshalb ausschließlich ein informativer Erfahrungsbericht über das, was ich in der Aufzuchtphase falsch gemacht habe und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.

Die gute Nachricht: Trotz meiner Fehler zeigten die Pflanzen eine beeindruckende Robustheit. Das spricht für die Genetik. Aber stell dir vor, wie viel besser das Ergebnis gewesen wäre, wenn ich diese 7 Dinge von Anfang an richtig gemacht hätte.

📋 Die 7 Fehler im Überblick

  1. 1. Falsche Keimungsmethode (Wasserbad statt feuchtem Tuch)
  2. 2. Falsches Substrat (Kräutererde statt Cannabis-Anzuchterde)
  3. 3. Jiffy-Topf beim Umtopfen nicht geöffnet
  4. 4. Falsche Topfgröße und falscher Umtopf-Zeitpunkt
  5. 5. Komplett auf Dünger vergessen
  6. 6. Zu schattiger Standort
  7. 7. Kein Training (LST oder Topping)
Amnesia Fast Samen Cannapot, 5 feminisierte Samen in der Tüte

Amnesia Fast – Cannapot Seeds

Kreuzung: Amnesia x Amnesia Auto XXL · Semi-automatisch, mostly Sativa · 8–9 Wochen Blütezeit · Schimmel- und schädlingsresistent · THC: 18 %, CBD: 0,2 %

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💧 Falsche Keimungsmethode: Samen im Wasserbad

Mein erster Fehler war schon beim ersten Schritt. Ich legte die fünf Samen auf ein Wattepad in einer mit Wasser gefüllten Schüssel. Das sah aus wie eine saubere Lösung, war aber alles andere als das.

Hanfsamen auf nassem Wattepad in orangefarbener Schüssel Erste Keimlinge auf dem Wattepad mit sichtbaren Wurzelspitzen Fortgeschrittene Keimlinge mit längeren Keimwurzeln

Links: Samen im Wasserbad – Mitte und rechts: Die Keimlinge überlebten, aber der Stress war vermeidbar.

⚠️ Das Problem: Zu viel Wasser bedeutet Sauerstoffmangel an der Samenschale. Das verzögert die Keimung, begünstigt Schimmelbildung und produziert schwächere Keimlinge. Das Wattepad hatte sich komplett vollgesogen.

✔️ So macht man es besser

💡 Die richtige Methode

  • ✓ Zwei Lagen feuchtes Küchenpapier oder ein leicht feuchtes Tuch
  • ✓ Samen einlegen, falten, abgedeckt zwischen zwei Tellern platzieren
  • ✓ Temperatur: 22–25 °C, dunkel und warm
  • ✓ Tuch soll feucht sein, nicht nass. Kein stehendes Wasser!
  • ✓ Nach 24–72 Stunden zeigen sich die ersten Keimwurzeln
Tipp: Der Cannapot Seedcracker ist ein praktisches Tool, das speziell für schwer keimende oder ältere Samen entwickelt wurde. Es ritzt die Samenschale leicht an und erhöht die Keimrate deutlich.
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🌎 Falsches Substrat: Kräutererde statt Cannabis-Anzuchterde

Beim Substrat griff ich zu dem, was im Lagerhaus verfügbar war: Compo Bio Anzucht- und Kräutererde, torffrei. Klingt vernünftig, ist es für Cannabis aber nicht.

Compo Bio Kräutererde Sack neben Terrakotta-Töpfen

Die Compo Bio Kräutererde ist für Basilikum gut, für Cannabis in der Wachstumsphase aber nährstoffarm.

⚠️ Das Problem: Kräutererde ist bewusst sehr nährstoffarm, damit empfindliche Kräuter nicht verbrennen. Cannabis braucht in der Wachstumsphase ein deutlich nährstoffreicheres und vor allem luftigeres Substrat für gesundes Wurzelwachstum.

❌ Kräutererde (mein Fehler)

  • ❌ Sehr nährstoffarm
  • ❌ Oft zu fein und kompakt
  • ❌ Schlechte Luftdurchlässigkeit
  • ❌ Nährstoffe nach 1–2 Wochen erschöpft

✔️ Cannabis-Anzuchterde

  • ✓ Ausgewogenes Nährstoffprofil
  • ✓ Lockere, luftige Struktur
  • ✓ pH-Wert bereits optimiert
  • ✓ Versorgt 3–4 Wochen alleine

💡 Geeignete Substrate für Anfänger

  • ✓ Plagron Grow Mix oder Biobizz Light Mix (anfängerfreundlich)
  • ✓ Alternativ: Kräutererde + 20–30 % Perlite für bessere Luftzufuhr
  • ✓ pH-Wert des Substrats: zwischen 6,0 und 7,0
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🪴 Jiffy-Topf beim Umtopfen nicht geöffnet

Jiffy-Torftöpfe sind praktisch, weil man die ganze Pflanze mitsamt dem Topf einpflanzen kann. Biologisch abbaubar, kein Wurzelstress. Theoretisch. Ich habe aber einen entscheidenden Schritt vergessen.

Jiffy-Torftöpfe von oben, einer mit kleinem Keimling Jiffy-Topf mit Keimling in großem Terrakotta-Topf gesetzt

Links: Jiffy-Töpfe nach der Keimung. Rechts: Der Jiffy wurde ohne Öffnung direkt in den großen Topf gesetzt.

⚠️ Das Problem: Der Jiffy-Topf bleibt in feuchter Erde oft wochenlang intakt. Die Wurzeln stoßen auf den Boden und wachsen nicht weiter. Das Ergebnis: Wachstumsstagnation, obwohl äußerlich alles normal aussieht.

💡 So geht es richtig

  • ✓ Vor dem Einsetzen den Boden des Jiffys komplett aufreißen oder entfernen
  • ✓ Seiten des Jiffys an 2–3 Stellen leicht einritzen
  • ✓ Dann den Jiffy in die vorbereitete Einpflanzgrube setzen
  • ✓ Alternativ: Direkt in kleine Kunststofftöpfe keimen lassen
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🪟 Falsche Topfgröße und falscher Umtopf-Zeitpunkt

Die Jiffy-Töpfe mit den Keimlingen kamen direkt in große Terrakotta-Töpfe. Kurze Übergangsphase, schnell fertig, dachte ich. Aber dieser Schritt hat das Wachstum eher gebremst als beschleunigt.

Fünf Jiffy-Töpfe auf der Fensterbank, Keimlinge in unterschiedlichem Stadium Kleiner Keimling im Jiffy-Topf bereits in großem Terrakotta-Topf

Kleine Keimlinge in viel zu großen Töpfen. Das Wurzelsystem konnte das Substrat nicht durchwurzeln.

⚠️ Das Problem: Ein kleiner Wurzelballen in zu viel Substrat bedeutet dauerhaft feuchte Erde. Staunässe und Wurzelfäule sind häufige Folgen. Die Pflanze investiert Energie ins Durchwurzeln statt ins Blattwachstum.

💡 Das richtige Stufenprinzip

  • ✓ Jiffy / Keimung → 0,5 Liter Topf (erste Woche)
  • ✓ 0,5 L → 2 Liter Topf (sobald Wurzeln unten herausschauen)
  • ✓ 2 L → 5–10 Liter Endtopf für Outdoor
  • ✓ Immer umtopfen, wenn Wurzeln aus den Abflusslöchern kommen
Faustregel: Der neue Topf sollte immer etwa doppelt so groß wie der vorherige sein. Nie gleich in den Endtopf springen, auch wenn es bequemer wirkt.
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🧪 Komplett auf Dünger vergessen

Das war vielleicht mein größter Fehler. Nach dem Einpflanzen habe ich die Pflanzen einfach wachsen lassen. Kein Dünger, keine Nachdüngung, nichts. Das Substrat schafft das kurze Zeit alleine, aber nicht die gesamte Wachstumsphase.

Fünf Cannabis-Pflanzen in Terrakotta-Töpfen outdoor, deutlich unterschiedliches Wachstum

Das unterschiedliche Wachstum der fünf Pflanzen ist gut sichtbar. Nährstoffmangel war einer der Gründe.

⚠️ Das Problem: Nach etwa 2–3 Wochen sind die Nährstoffreserven der meisten Substrate aufgebraucht. Ohne Düngung zeigt sich Stickstoffmangel: Blätter werden hellgrün bis gelb von unten, das Wachstum verlangsamt sich spürbar.

❌ Ohne Dünger (mein Fehler)

  • ❌ Nährstoffe nach 2–3 Wochen erschöpft
  • ❌ Helle, gelbliche Blätter
  • ❌ Verlangsamtes Wachstum
  • ❌ Dünnere Stängel

✔️ Mit angepasstem Dünger

  • ✓ Gleichmäßig sattgrüne Blätter
  • ✓ Kräftiges, schnelles Wachstum
  • ✓ Starke Stängelentwicklung
  • ✓ Bessere Grundlage für alle Phasen

💡 Dünger-Einstieg für Anfänger

  • ✓ Ab Woche 3 nach dem Keimen: leichter Stickstoff-betonter Wachstumsdünger
  • ✓ Empfehlung: Biobizz Bio-Grow oder Plagron Alga Grow
  • ✓ Dosierung: Halbe Empfehlungsdosis zum Einstieg, langsam steigern
  • ✓ Immer mit Gießwasser mischen, nie pur auf trockene Erde geben
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☀️ Zu schattiger Standort

Einige Töpfe standen an Plätzen, die ich als "ausreichend hell" eingeschätzt hatte. Rückblickend war das eine klare Fehleinschätzung. Vor allem die kleinste Pflanze litt sichtbar unter zu wenig direktem Sonnenlicht.

⚠️ Das Problem: Cannabis braucht mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht täglich. Bei weniger Licht streckt sich die Pflanze, entwickelt dünne Stängel und produziert weniger Blattmasse. Amnesia Fast als semi-automatische Sativa ist besonders lichtintensiv.

💡 Den richtigen Standort wählen

  • ✓ Südausrichtung bevorzugen, mindestens 6 Stunden direkte Sonne täglich
  • ✓ Keine Bäume oder Hauswände, die nachmittags Schatten werfen
  • ✓ Töpfe haben den Vorteil, dass du sie bei Bedarf verschieben kannst
  • ✓ Sonnenverlauf über mehrere Tage beobachten, bevor du den Platz festlegst
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✂️ Kein Training: Die Pflanzen einfach wachsen lassen

Ich habe die Pflanzen komplett sich selbst überlassen. Kein Topping, kein LST, kein Eingriff. Das Ergebnis war das, was ohne Training immer passiert: ein dominanter Haupttrieb nach oben und schwache Seitentriebe, die kaum Licht bekamen.

Cannabis-Pflanze von oben in Terrakotta-Topf, offene Struktur ohne Training

Die Pflanze von oben zeigt die typische ungezogene Struktur: wenig Verzweigung, ein dominanter Trieb.

⚠️ Das Problem: Ohne Training wächst Cannabis wie ein Tannenbaum. Die Energie geht in einen Haupttrieb, Seitentriebe bleiben unterentwickelt. Viel ungenutztes Potenzial.

❌ Ohne Training

  • ❌ Ein dominanter Haupttrieb
  • ❌ Schwache Seitentriebe
  • ❌ Schlechte Lichtverteilung
  • ❌ Viel ungenutztes Potenzial

✔️ Mit LST-Training

  • ✓ Gleichmäßige Lichtverteilung
  • ✓ Viele starke Seitentriebe
  • ✓ Breite, buschige Pflanzenform
  • ✓ Deutlich mehr Ertragspotenzial

💡 LST (Low Stress Training) für Anfänger

  • ✓ Ab dem 4. Internodium beginnen
  • ✓ Haupttrieb mit weichem Draht zur Seite biegen
  • ✓ Horizontal fixieren, damit Seitentriebe gleichmäßig Licht bekommen
  • ✓ Kein Schnitt nötig, kaum Stress für die Pflanze
  • ✓ Nach einigen Tagen richten sich die Seitentriebe nach oben aus
Für Fortgeschrittene: Beim Topping wird die Spitze des Haupttriebs abgeschnitten, wodurch zwei gleichwertige Haupttriebe entstehen. Braucht 5–7 Tage Erholungszeit. Für Einsteiger ist LST die einfachere Wahl.

🌿 Fazit: Fehler machen gehört dazu

Trotz all meiner Fehler haben die Amnesia Fast Samen von Cannapot robuste, lebendige Pflanzen produziert. Das zeigt, dass eine gute Genetik viele Anfängerfehler verzeiht. Stell dir vor, was möglich gewesen wäre, wenn ich diese 7 Punkte von Anfang an richtig gemacht hätte.

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Infos zur getesteten Sorte: Amnesia Fast von Cannapot

Amnesia Fast ist eine Kreuzung aus der originalen Amnesia und einer Amnesia Auto XXL. Das Ergebnis ist eine semi-automatische, überwiegend Sativa-dominante Sorte, die schneller reift als die ursprüngliche Amnesia und deutlich resistenter gegen Schimmel und Schädlinge ist.

📊 Schnelle Fakten: Amnesia Fast

  • ✓ Genetik: Amnesia x Amnesia Auto XXL
  • ✓ Typ: Semi-automatisch, mostly Sativa
  • ✓ Blütezeit: 8–9 Wochen
  • ✓ Geruch: Weihrauch, Gewürze, Zitronen
  • ✓ Anbau: Outdoor und Indoor geeignet
  • ✓ Besonders: Sehr schimmel- und schädlingsresistent

Cannapot ist seit über 20 Jahren im Samengeschäft und eine der bekanntesten Adressen für Grower und Sammler im deutschsprachigen Raum.

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Redakteur: Redaktion hanfplatz

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